Die Waizmanntabelle wird von Zahnärzten empfohlen, hängt in vielen Praxen aus und gilt als Klassiker, wenn es um die passende Zahnzusatzversicherung geht. Doch wie kommt die Bewertung zustande, was sagt der Waizmann-Wert über die tatsächliche Erstattung aus, und reicht die Tabelle als alleinige Entscheidungsgrundlage? Hier bekommst du die Antworten, kompakt und aus der Praxis-Erfahrung von Versicherungsmaklern eingeordnet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Waizmanntabelle sortiert Zahnzusatzversicherungen nach der durchschnittlichen Erstattung, dem sogenannten Waizmann-Wert.
  • Berechnet wird über Musterfälle: Summenbegrenzungen und versteckte Einschränkungen fließen in den Wert ein.
  • Für den Nachwuchs gibt es den KFO-Wert für die Kieferorthopädie, dazu eigene Ausgaben für Senioren.
  • Die Tabelle listet nur eine Auswahl, nicht den ganzen Markt: Weitere Informationen einzuholen lohnt sich für Verbraucher.
  • Was die Versicherung monatlich kostet und ob sie zur Situation passt, zeigt der Waizmann-Wert nicht, hier hilft unser Rechner weiter.

Was ist die Waizmanntabelle?

Die Waizmanntabelle Zahnzusatzversicherung ist eine Übersicht, die die Waizmann GmbH seit den 1990er-Jahren herausgibt. Bekannt wurde die Tabelle über Zahnärzte, die sie ihren Patienten als schnelle Orientierung mitgeben, gedruckt in der Praxis oder online. Viele Verbraucher sehen die Übersicht deshalb zum ersten Mal beim Zahnarzt. Inzwischen umfasst die Gesamtausgabe mehrere hundert Zahntarife.

Der Kern ist eine mathematische Auswertung: Statt Noten wie bei Stiftung Warentest berechnet Waizmann die durchschnittliche Erstattung über definierte Musterbehandlungen, von der professionellen Zahnreinigung bis zum Implantat. Das Ergebnis ist der Waizmann-Wert in Prozent, eine sichere Orientierung für den ersten Blick.

So funktioniert der Waizmann-Wert

Der Waizmann-Wert beantwortet eine einfache Frage: Wie viel Prozent der Kosten erstattet die Versicherung tatsächlich im Durchschnitt über die ersten acht Versicherungsjahre? Dabei rechnet die Methode ein, was Hochglanzprospekte gern verschweigen:

Ein Tarif, der mit „100 Prozent“ wirbt, aber streng deckelt, landet so realistisch bei 80 oder 85 Prozent. Verbraucher sehen also schnell und sicher, was ein Angebot wirklich leistet. Diese Ehrlichkeit ist die große Stärke des Konzepts. Für Kinder und Jugendliche gibt es zusätzlich den KFO-Wert, der die Leistung bei kieferorthopädischen Behandlungen über zwei Muster-Behandlungsverläufe abbildet. Je höher er ausfällt, desto stärker der Schutz für Zahnspange und Co.

Stärken und Grenzen

Die Stärken:

Die Grenzen:

Kurz: eine gute Quelle für Informationen zur Leistungsstärke, aber kein Ersatz für den Abgleich mit deinen eigenen Daten. Wer bereits konkrete Offerten hat, sollte sie gegenrechnen.

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Waizmanntabelle oder Stiftung Warentest?

Beide nehmen Zahnzusatzversicherungen unter die Lupe, aber mit unterschiedlichem Blick. Die Stiftung Warentest (Finanztest) benotet vor allem den Zahnersatz und bezieht Modellkunden-Beiträge ein. Waizmann rechnet den Durchschnitt über alle Leistungsbereiche und deckt Begrenzungen auf.

In der Praxis ergänzen sich beide: Was in beiden Übersichten vorn liegt, ist selten ein Fehlgriff. Die aktuellen Testsieger von Finanztest findest du in unserem Zahnzusatzversicherung Test, die Frage nach der optimalen und passenden Zahnzusatzversicherung für dein Profil beantwortet der Ratgeber beste Zahnzusatzversicherung.

So nutzt du die Informationen richtig

  1. Orientieren: Waizmann-Wert und KFO-Wert zeigen dir, wo viel Leistung steckt.
  2. Preise prüfen: Berechne für die Favoriten, was die Versicherung monatlich kostet, die Unterschiede sind erheblich.
  3. Gegenprüfen: Schau auch auf Angebote außerhalb der Übersicht, unser Vergleichsrechner deckt den Markt breiter ab.
  4. Entscheidung nach Bedarf: Der Nachwuchs braucht Kieferorthopädie, Erwachsene Leistungen für Zahnersatz am Zahn. Die Empfehlung folgt dem Bedarf, nicht allein der höchsten Zahl. Im Zweifel lässt du dich von Experten beraten, als Makler machen wir das kostenfrei und sicher.

FAQ zur Waizmanntabelle

Was ist ein guter Waizmann-Wert?
Ab 90 Prozent gilt ein Angebot als sehr leistungsstark, die Spitzengruppe erreicht 95 bis 98. Einfache Policen liegen bei 60 bis 75 Prozent durchschnittlicher Erstattung. Beachte, dass die Zahl nichts über den Preis aussagt.
Ist die Waizmanntabelle unabhängig?
Die Bewertungsmethode ist transparent und rechnerisch nachvollziehbar. Waizmann verdient allerdings als Versicherungsvermittler an Abschlüssen und listet eine Auswahl kooperierender Tarife, nicht den kompletten Markt. Ein zweiter, breiter aufgestellter Vergleich ist deshalb sinnvoll.
Was bedeutet der KFO-Wert?
Er gibt die durchschnittliche Leistung bei kieferorthopädischen Behandlungen an, berechnet über zwei Musterfälle (KIG 2 ohne Kassenleistung und KIG 3 mit Kassenleistung). Je höher der KFO-Wert, desto besser ist die Zahnspange abgesichert.
Bekomme ich über die Waizmanntabelle bessere Konditionen?
Nein, die Konditionen sind identisch mit denen anderer Vermittler. Als Extra gibt es bei Abschluss über Waizmann den Clearment-Schutzbrief, der bei Erstattungsstreitigkeiten unterstützt. Vergleichbare Unterstützung leisten auch wir als Makler für unsere Kunden.
Reicht die Waizmanntabelle für meine Entscheidung?
Als einzige Quelle nicht. Sie misst die Leistungsstärke zuverlässig, lässt aber die monatlichen Kosten und deine Situation außen vor. Kombiniere den Inhalt mit einem Abgleich, der Preis und Leistung für dein Alter gegenüberstellt, und hole dir bei Unsicherheit eine Empfehlung vom Experten.
Dennis Becker
Dennis Becker
Versicherungsmakler (§ 34d GewO) · 22+ Jahre Erfahrung

Dennis Becker ist seit über 22 Jahren Versicherungsmakler mit Schwerpunkt private Kranken- und Zusatzversicherungen. Er prüft jeden Tarif auf die entscheidenden Klauseln – sachlich, ehrlich, verständlich. Vermittlerregister: D-N90H-6BH0I-38. Zum Profil →